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29 Oktober 2019

School Art #6 [Abstrakte Bilder]

Mit meiner neunten Klasse war ich letzte Woche in der Jubiläumsausstellung der Deichtorhallen in Hamburg. Dort werden zur Zeit die frühen Werke der deutschen Maler Georg Baselitz, Gerhard Richter, Sigmar Polke und Anselm Kiefer gezeigt Die Ausstellung war wirklich harte Kost für meine Schüler*innen, die ja sonst nicht mit viel Gegenwartskunst in Berührung kommen. V.a. die Gemälde von Georg Baselitz waren teilweise doch sehr abschreckend.


Besonders Gerhard Richter hat den Schüler*innen sehr gefallen. Seine photorealistischen Gemälde sind doch etwas fürs Auge. Die Gemälde sind ästhetisch und sprechen viele Menschen an.


Nach dem Besuch der Ausstellung haben wir im Kunstunterricht ein paar Ausschnitte aus dem Film "Gerhard Richter. Painting" geschaut. Die Schüler*innen haben den Künstler näher kennengelernt und erfahren, wie der Maler vorgeht und was er für Materialien für seine abstrakten Bilder verwendet. Seine sogenannte Rakeltechnik, der er quasi "erfunden" hat, faszinierte die Schüler*innen sehr.


Heute haben wir uns im Kunstunterricht mit einem abstrakten Bild namens "Billard" näher beschäftigt. Die Schüler*innen haben in der Bildbetrachtung herausgefunden, welche Farben und welche Technik Gerhard Richter verwendet hat und es wurden Mutmaßungen zum Titel angestellt.


Danach hatten die Schüler*innen die Aufgabe, ein eigenes abstraktes Bild mit Hilfe der vorgestellten Rakeltechnik zu erstellen. Dazu haben die Schüler*innen je ein großes weißes Blatt erhalten und einen kleine quadratische Kopie eines Gemäldes von Gerhard Richter.


Die Kopie diente als Anregung für das eigene Werk. Dazu haben die Schüler*innen das Bild auf dem großen weißen Blatt geklebt und das Bild weiter gemalt.


Die Schüler*innen sind unterschiedlich vorgegangen. Einige arbeiteten mit großen flachen Pinseln und malten die Flächen sehr großzügig. Andere haben eher einen dünnen Pinsel verwendet. Auch die Rakel, die die Schüler*innen zur Verfügung hatten, waren unterschiedlich breit. Die Rakel gibt es ganz günstig im Baumarkt. Eigentlich sind es ja Spachtel.


Den Schüler*innen hat das Aufragen der Temperafarben sichtlich viel Spaß gemacht . Als Grundfarben hatten sie acht verschiedene Farben zur Verfügung: Schwarz, Weiß, Cyan, Magenta, Zitronengelb, Blau, Rot und Grün. Ich weiß, dass es Kunstlehrer*innen gibt, die auf die drei vermeintlichen Grundfarben Rot, Blau und Gelb bestehen. Angeblich kann man mit diesen drei Grundfarben alle Farben mischen. Dazu wird dann auch gerne der Farbkreis von Itten gezeigt. Das stimmt so aber nicht, denn ein schönes Lila bekommt man nur mit Magenta und Cyan hin. Wer Blau und Rot dagegen mischt, erhält ein dreckiges und kein leuchtendes Lila!
Schwarz und Weiß kann man eh nicht durch eine Mischung erhalten.


Die Bilder der Schüler*innen wirken für den Betrachter teilweise düster. Die Vorlagen von Gerhard Richter sind es teilweise auch und wer das Gesamtwerk von Gerhard Richter kennt, weiß, dass der Maler gerne mit Schwarz und eher dunklen Farben arbeitet.

Insgesamt haben die Schüler*innen tolle Werke erstellt, die demnächst in der Schule öffentlich ausgestellt werden. Für diese Technik muss man nicht besonders gut malen können, aber ein Händchen für Farben und Formen sollte man dennoch haben.

Die Ausstellung in den Deichtorhallen ist übrigens noch bis zum Januar zu sehen!













04 Juli 2018

School Art #5 [Landscape]

Heute zeige ich dir eine weitere Idee für den Kunstunterricht. In meiner 6. Klasse habe ich das Thema "warme" und "kalte" Farben bereits im 5. Schuljahr thematisiert. Damals haben wir Städtebilder a la Paul Klee gemalt. Dieses Jahr haben sich die Schülerinnen und Schüler an bunte Landschaftsbilder nach Ted Harrison gewagt.


Ted Harrison war ein britisch-kanadischer Künstler, dessen farbige Landschaftsbilder weit über Canada hinaus berühmt geworden sind. Leider darf ich hier aus urheberrechtlichen Gründen keine Bilder von Ted Harrison zeigen.




Mit Hilfe weißer Jaxon-Kreide [Werbung] haben die Schülerinnen und Schüler auf schwarzem Fotokarton zuerst die Konturen der Landschaft und der Wolken und/oder Sonne gezeichnet. Danach ging es an das farbliche Ausgestalten. Hier haben die Schüler und Schülerinnen farbige Jaxon-Kreiden [Werbung] verwendet. Viele Schüler und Schülerinnen sind dabei streng nach den Bilder von Ted Harrison vorgegangen, einige haben sich aber auch gänzlich von den gezeigten Bildern gelöst.








Die Schüler und Schülerinnen haben sich auf das Thema eingelassen und es sind wirklich viele schöne bunte Landschaftsbilder entstanden. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviel Kreativität in den Kindern steckt. Sie gehen an solche Themen eher gelassen heran und denken nicht so viel dabei nach.  Da sind wir Erwachsene doch anders. Aber es muss nicht immer perfekt sein und an den Ergebnissen kann man wirklich sehen, dass die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe gut umgesetzt haben.
Insgesamt habe ich zwei Doppelstunden für diese Unterrichtseinheit gebraucht.




16 Mai 2018

School Art #4 [Mixed Media Collage]

Heute zeige ich dir eine Idee für den Kunstunterricht oder auch für dich zum Nachgestalten! Ich habe auf dem letzten Sauerlandcrop ein paar Collagen in meinem Art Journaling Buch erstellt. Diese habe ich dir bereits hier gezeigt.




Ich fand die Idee so toll, dass ich sie im Kunstunterricht der 9. Klasse umgesetzt habe. Meine Schülerinnen und Schüler sollten sich aus einer Auswahl an Idolen oder bekannten Menschen eine heraussuchen. Ich hatte ihnen Madonna, Che, Frida Kahlo und Jim Morrison als Silhouetten aus Papier zur Verfügung gestellt.


Für den Unterricht hatte ich auch eine Reihe von Beispielen anderer Künstler gezeigt, damit sie eine Idee hatten, wie sie ihr eigenes Werk gestalten können.


Sie durften Aquarellfarben, Buntstifte, Filzstifte, Klartextstempel von Dani Peuss, ältere Stampin Up-Stempel, günstige Stempelkissen in vielen verschiedenen Farben und Scraps verwenden.







Die Schüler und Schülerinnen waren bei dieser Unterrichtseinheit sehr fleissig dabei und die Erstellung eines eigenen Mixed Media-Kunstwerkes hat ihnen sehr viel Spaß gemacht. Natürlich werden auch diese Kunstwerke im neu renovierten Schulgebäude gezeigt werden.




09 Mai 2018

School Art #3 [Picasso]


Picasso ist einer meiner Lieblingskünstler, ich habe bereits das Picasso Museum in Paris und das Museum in Antibes an der Côte D'Azur besucht. Durch meine zahlreichen Reisen in die Provence und an die Küste Südfrankreichs habe ich meine Liebe zu den Künstlern und zur Kunst entdeckt. Renoir, Picasso, Matisse, Yves Klein, Vincent van Gogh...alle diese namhaften Künstlern lebten und arbeiteten in Südfrankreich.

Picasso war wirklich ein Ausnahmetalent. Schon in jungen Jahren malte er viel und gerne. Picasso war meinen 9. Klässlern jetzt nicht so bekannt. Einige hatten schonmal von ihm gehört, aber Bilder hatten sie noch nicht gesehen.


Für den Einstieg in das Thema "kubistisches Porträt" hatte ich einige Bilder, die Picasso gemalt hatte, farbig auf Papier ausgedruckt, da ich im Kunstraum leider kein Smartboard habe.
Auch ein Foto des Künstlers zeigte ich den Schülerinnen und Schülern. Wir haben dann die Bilder beschrieben, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt. Sowohl Formen als auch Farbgebung spielten eine Rolle bei diesem Unterrichtsgespräch.


Danach erhielten die Schülerinnen und Schüler je einen Würfel für das Spiel "Roll a Picasso" und eine Kopie mit weiteren Vorlagen für Nase, Mundformen, Augen und Ohren. Damit sollten sie ein eigenes Porträt gestalten und erstmal eine erste Idee vorzeichnen.


Die eigentliche Aufgabe bestand darin, ein eigenes kubistisches Porträt mit Hilfe des Materials zu erstellen. Dazu erhielten die Schülerinnen und Schüler ein großes Stück buntes Papier und drei kleinere Rechtecke.


Sie sollten auf die kleinen farbigen Rechtecke zwei Augen aus zwei verschiedenen Perspektiven (einmal von der Seite und einmal von vorne) und eine Nase zeichnen und diese in ihr Bild integrieren. Die farbige Gestaltung des Bildes erfolgte dann mit Jaxon Kreiden, das sind Pastellkreiden, die einen Wachsanteil haben und nicht so leicht zu verwischen sind.


Den Mund und die Kopfform sollten sie selbst gestalten. Die Bilder sind alle wirklich toll geworden und werden wohl nach den Sommerferien das neu renovierte Gebäude verzieren. Das Erstellen eines solch ungewöhnlichen Porträts hat den Schülerinnen und Schülern jedenfalls sehr viel Spaß gemacht.



02 Mai 2018

School Art #2 [Kandinsky]

Die Bilderwelt des Synästhetikers Kandinsky fasziniert mich. Seine bunten, sehr grafischen abstrakten Bilder sind vielen Kunstinteressierten bekannt. Viele Bilder Kandinskys habe ich in zahlreichen Museen bereits im Original gesehen. Seine abstrakten Landschaften sind weniger bekannt. Diese Bilder sind perfekt für eine Kunststunde über Landschaften und abstrakte Kunst, sozusagen als einfache Hinführung, wobei sich meine 9. Klässler in Kunst mit dem Thema sehr schwer getan haben, denn sie sind es noch gewohnt, möglichst realistisch zu malen und zu zeichnen und verlieren sich gerne im Detail.


Mit Hilfe einer einfachen Technik habe ich sie aber dennoch dahinführen können. Um es ihnen leichter zu machen, hatte ich Fotos von Landschaften ausgedruckt, die dann als Vorlage dienten. Ein oder mehrere Motive aus den Fotos werden dann mit blauer und schwarzer Jaxonkreide lose auf ein Blatt skizziert. Ich habe mein Art Journal verwendet. Das klingt vielleicht kompliziert, aber hier solltest du dich ein wenig von der Vorlage lösen und nicht ganz so genau und perfekt zeichnen.


Danach füllst du die entstandenen Flächen mit bunten Aquarellfarben aus, dabei kann der Himmel ruhig lila oder rot sein. Bevor du eine weitere Farbschicht aufträgst, muss die erste Schicht trocken sein, sonst verlaufen die Farben ineinander. Experimentiere einfach herum, du kannst hier eigentlich nichts falsch machen.


Wenn alle Flächen eingefärbt sind, kannst du mit Hilfe von weiteren Jaxonkreiden oder Gelatos die Kanten der Flächen etwas betonen. Es sieht viel schwieriger aus als das es in Wirklichkeit ist. Probiere es einfach aus!




24 April 2018

School Art #1 [Embroidery Art]

Juhu, es gibt eine neue Serie auf meinem Blog. Ich bin ja nicht nur Scrapbooker, Cardmaker, Näherin und Stylistin in eigener Sache, sondern hauptberuflich bin ich ja Lehrerin und am liebsten unterrichte ich natürlich mein erstes Studienfach "Kunst". Mein zweites Studienfach "Mathematik" unterrichte ich auch gerne, aber Kunst ist das Fach was mir persönlich am meisten Spaß macht. Ich bin einfach eine Kreative und dank des Internets sprudeln bei mir nur so die Ideen. Früher war das anders, da war ich zwar auch gerne kreativ (ich habe den ganzen Tag gemalt, fotografiert und gezeichnet), aber dank des Internets und dank Pinterest potenziert sich diese Kreativität. Ich habe einfach nicht genug Zeit, alle meine Ideen umzusetzen, aber ein paar dann zum Glück schon!


Meine Ideen für den Kunstunterricht möchte ich dir daher nicht vorenthalten! Vielleicht bist du ja zufällig auch Lehrerin in Kunst und suchst nach DER Idee oder vielleicht inspiriert dich meine Serie, es auch mal mit Kunst zu versuchen, denn seien wir mal ganz ehrlich, so unter uns...Scrapbooking ist zwar sehr kreativ, aber Kunst ist Scrapbooking nicht, auch wenn viele anderer Meinung sind, aber auf diese Meinung pfeife ich gelinde gesagt. Daher diese Serie. Ich möchte dir Kunst näher bringen...kein Mixed Media. Vielleicht setze ich Mixed Media Techniken ein, es gibt genug Künstler wie z.B. Kurt Schwitters, Claes Oldenburg, Picasso die verschiedene Materialien und Techniken für ihre Kunst eingesetzt haben, aber nicht so wie es im Mixed Media Bereich üblich ist. Es geht hier auch nicht um "schöne" Dinge, es geht hier vor allem um die Auseinandersetzung mit Kunst, Künstlern und deren Techniken.


Heute möchte ich dir eine Idee vorstellen, die ich in einer 9. Klasse unterrichtet habe. Bei Pinterest habe zufällig ein paar Fotos von Künstlern entdeckt, die ihre Bilder mit Hilfe von Stickereien verfremdet haben. Diese Bildern dienten als eine erste Idee für mein Unterrichtsvorhaben.

Da wir gerade im Kunstunterricht James Rizzi durchgenommen haben und ich mit den Schülern gerne die Perspektive von Gebäuden durchnehmen möchte, habe ich Architekturfotos verwendet.
Diese Fotos habe ich bei einem langen Spaziergang in der Hafencity von Hamburg gemacht. Mit Hilfe eines Bildbearbeitungsprogramms etwas verfremdet und eingefärbt.

Diese Fotos habe ich dann auf festem weißem Papier gedruckt. Ich habe bewusst kein Fotopapier verwendet, damit die Kosten nicht so hoch werden. Erst wollte ich die Fotos schwarz/weiß ausdrucken, aber durch Zufall war die schwarze Patrone des Druckers fast leer und ich hatte keinen Ersatz. Die Farbkartusche dagegen war noch gut gefüllt, daher kam ich auf die Idee die Fotos bunt einzufärben.


Die Schüler sollten sich je ein Foto raussuchen und diese mit Hilfe von buntem Stickgarn und einer Nadel die Bilder weiter verfremden. Die Technik ist dabei einfach: du stichst mit der Nadel kleine Löcher vor, wer das Glück hat eine Prickelnadel und eine Prickelunterlage zu besitzen, kann es damit versuchen. Meine Schüler mussten die Löcher mit ihren Nadeln stechen und eine Moosgummiplatte als Unterlage verwenden. Danach stickst du in einfachen Stichen ein Muster, Linien oder Kreuze. Du kannst auch Blümchen sticken, der Fantasie werden hier keine Grenzen gesetzt.


Das gezeigte Beispiel ist von mir, damit die Schüler eine Vorstellung von der Aufgabe erhielten. Ich möchte jetzt eine eigene Serie für mich erstellen, denn diese Technik hat mir persönlich viel Spaß gemacht. Die Bilder der Schüler sind ab dem Sommer im neu renovierten Schulgebäude zu bewundern.